Infos zur KREBSPEST

In der Steiermark vorkommende Krebse:
Edelkrebs( heimisch)
Steinkrebs (heimisch)
Galizische Sumpfkrebs (heimisch), bisher nur in den Bereichen Aquaristik und Gastronomie gesehen
Signalkrebs (nicht heimisch, Überträger der Krebspest)
Kamberkrebs (nicht heimisch, Überträger der Krebspest, bisher nur in der Aquaristik gesehen)

 

Die sog. Krebspest ist eine, aus Nordamerika unwissentlich importierte Infektionskrankheit, die für unsere heimischen Krebse (in der Steiermark derzeit Stein- und Edelkrebs) stets tödlich verläuft. Der Erreger, der Schlauchpilz Aphanomyces astaci, besiedelt seinen Wirt, dringt durch dessen Panzer bis in die Muskulatur und sorgt dort für eine Schwächung und schließlich für den Tod des Krebses. Daraufhin muß sich der Pilz   - gleich wie nach einer Häutung des Krebses - wieder einen neuen Wirt suchen, was mittels Zoosporen  genannt geschieht. Je dichter der Krebsbestand und je höher die Temperaturen, umso wahrscheinlicher ist eine Infektion.

 

Die nordamerikanischen Krebse (v.a. Signal und Kamberkrebs) haben im Laufe jahrtausendlanger Evolution gelernt, mit dieser Infektion zu leben. Sie schützen sich vor einer Erkrankung, in dem sie den Erreger in ihrem Panzer einkapseln und so für sich selbst unschädlich machen. Sie können jedoch ihren „Bewohner“ nicht töten und nur im Zuge der allgemeinen Häutungen mit dem Panzer mitabstreifen. Bei in Österreich lebenden Signal- und Kamberkrebsen ist generell mit einer sehr hohen Durchseuchungsrate zu rechnen.

 

D.h: Signal- und Kamberkrebse sind selbst weitgehend immun gegen diese Krankheit, sie sind jedoch ständige Überträger!
Die Krankheit kann nicht auf andere Wassertiere oder den Menschen übertragen werden!

 

Mögliche Infektionsquellen
Durch infizierte Krebse (durch Sporenfreigabe bzw. auch durch aktives Wanderverhalten)
Durch verseuchte Geräte: Sporen können in feuchtem Milieu 2 Wochen, im trockenen ca. 2 Tage überleben.
Verschiedene Geräte, von der Angel über Stiefel bis zum Kescher, gelten als mögliche Übertragungswege
Kleidung (Badesachen!)
Tiere (z.B. Wasservögel)
Transportwasser beim Fischtransport

 

Wie erkennt man heimische erkrankte Krebse
Durch das Eindringen des Erregers können vermehrte Kratz- und Scheuerbewegungen sowie auch andere Verhaltensanomalien beobachtet werden (kein Fluchtreflex, Lähmungen, auf den Rücken gedrehte Tiere können sich nicht mehr in ihre normale Stellung bewegen,...).

 

Was kann man tun
Bei Besatzmaßnahmen immer auf die Herkunft der Tiere achten, nur beim seriösen Züchter kaufen! Vorher das Gewässer auf vorhandene Krebse überprüfen, auch Ober- und Unterlieger sowie alle Seitenarme! Lebende Aquarien- und Gastronomiekrebse genau vor dem Kauf bestimmen, bei Ungewissheit niemals aussetzen!Gezielte Untersuchung der Gewässer auf Krebsvorkommen Wenn das Vorkommen von nordamerikanischen Krebsen bekannt ist: keine Tiere angreifen, nach dem Fischen Hände gut waschen (möglichst mit Desinfektionsmittel, im Handel überall erhältlich), alle Angelsachen wenn geht waschen, und mindestens zwei Tage durchtrocknen lassen, auf die Gummistiefel nicht vergessen! Transportwasser nicht in den Bach schütten. Gezielte Entnahmen infizierter Krebse über Jahre hinweg in allen Bachabschnitten Informations- und Aufklärungsarbeit. Augen auf am Wasser! Je mehr Vorkommen von Signal- und Kamberkrebsen bekannt werden, umso besser kann deren Ausbreitung eingeschränkt werden!

 

Literatur
- Eder E. & W. Hödl  [Red.] (1998): Flusskrebse Österreichs.
Zu beziehen bei: OÖ. Landesmuseum, Museumsstraße 14, 4010 Linz oder im Buchhandel.
- Hager J. (1996). Edelkrebse. Leopold Stocker Verlag, Graz.
- Arge NATURSCHUTZ herausgegeben 2001: Flusskrebse in Kärnten. Verbreitung, Gefährdung und Schutz.
Erhältlich bei: Inst. Für Ökologie und Umweltplanung, Bahnhofstraße 39/2, A-9020 Klagenfurt.